Einschließen eines Standortes für Feuchtstrahlverfahren

Nicht eingeschlossener Schmutz und Emissionen, die durch Vorgänge der Oberflächenvorbereitung entstehen (z. B. Lacke, Beschichtungen, Farbsplitter und Grundiermittel) können für Wasserlebewesen giftig und tödlich sein, ins Erdreich sickern und von Pflanzen aufgenommen werden. Darüber hinaus können sie mittels Bioakkumulation in die Nahrungskette gelangen und letztendlich Auswirkungen auf Menschen haben. Einschluss dient dem folgenden Zweck: Das Austreten der im Zusammenhang mit Strahlverfahren entstehenden Emissionen und Verschmutzungen aus der Arbeitsstätte soll verhindert werden. Weiterhin wird damit beabsichtigt, diese Substanzen auf effektive Weise zu sammeln und zu entsorgen,

Einer der Hauptvorteile von Nassstrahlverfahren gegenüber Trockenstrahlmethoden liegt in der geringeren Notwendigkeit von Einschlussmaßnahmen. Der Grund hierfür ist, dass Emissionen und Schmutzpartikel durch Wasser eingeschlossen und herabgedrückt werden und dadurch mit weniger präventiven Maßnahmen effektiv aufgefangen werden können.

Der Einschluss im Erdreich ist die einfachste Form. Hierbei kommen übereinander liegende, befestigte Planen zum Einsatz, die mit aus Geotextilien bestehendem Material überdeckt werden. Aus Geotextilien bestehendes Material bietet besonders im Hinblick auf das Nassstrahlgerät einen großen Nutzen: Dieses leichte Material, das eine ähnliche Beschaffenheit wie ein Seihtuch aufweist, ermöglicht das Durchdringen von Wasser, wobei Abrasivstoffe und Schmutz herausgefiltert werden. Nach Beendigung des Auftrags wird das aus Geotextilien bestehende Tuch einfach eingerollt und in Fässern oder sonstigen geeigneten Behältern zur Entsorgung aufbewahrt.

Falls Bedenken im Hinblick auf den Abfluss von gefährlichen Stoffen bestehen, kann das Strahlgerät mit einer Berme ausgeführt werden, um übergelaufenes Material aus Schwermaschinen, Lagertanks und Fässern aufzufangen. Je nach Typ der einzuschließenden Verunreinigungen kann die Berme, bestehend aus Metall, Holz oder Schaumstoff und einer äußeren Schicht aus Gummi oder Polyurea, auf verschiedenen Höhen im Bereich von einigen Zoll bis zu mehreren Metern errichtet und mit aus Geotextilien bestehendem Material ausgekleidet werden. In der Berme kann eine Tauchpumpe aufgestellt werden, um Abwasser in einen Sammelbehälter oder ein Trommelfass abzuleiten.

Wenn sich der Einsatzort des Strahlgeräts in der Nähe von offenen Gewässern, Wohnhäusern, städtischen Gebieten und anderen stark frequentierten Bereichen befindet, sind stationär installierte Vorrichtungen für den Einschluss erforderlich. In diesen Situationen ist für das Durchführen herkömmlicher Trockenstrahlverfahren ein vollständiger Einschluss – oder eine komplette Abschirmung mittels Bauzaun erforderlich – bei dem der Strahlbereich hermetisch abgeschlossen wird, um ein Entweichen von ungefilterter Luft, Emissionen und Schmutz zu verhindern. Bei Feuchtstrahlverfahren ist normalerweise ein teilweiser Einschluss ausreichend, der durch Eingrenzen des Bereichs mit Planen, abgestützt durch eine starre oder flexible Struktur oder einen Sperrholz-Schutzwall realisiert wird. Aufgrund des integrierten Staubunterdrückungssystems beim Feuchtstrahlverfahren sind in den meisten Fällen keine Belüftung und Abluftfilterung erforderlich.

Die Society for Protective Coatings (SSPC, Gesellschaft für Schutzbeschichtungen) definiert im Zusammenhang mit der Oberflächenvorbereitung 4 Einschlussklassen, wobei Klasse 1 die höchsten Anforderungen aufweist. Für Nassstrahlverfahren liegen gesonderte Normen vor. Beispielsweise sind gemäß Klasse 2 für Trockenstrahlverfahren ein Luftunterdruck, das Filtern der Abluft und ein verschließbarer Eingangsbereich erforderlich. Bei Nassstrahlverfahren hingegen ist keine Belüftung erforderlich und ein Eingang mit übereinander liegenden Planen kann als ausreichend angesehen werden.

Bei größeren Projekten stellt eine mobile Struktur oft die kostengünstigste Methode des Einschlusses dar. Bei Strahlarbeiten, die an einer Überführung durchgeführt werden, kann beispielsweise gegenüber dem Einschluss im Erdbereich dieser Einschluss mit Planen erfolgen, die an Bindern mithilfe von Kabeln aufgehängt werden. Im Verlauf der Arbeiten kann dieser Aufbau verschoben werden, um für den Einschluss des nächsten Abschnitts zu sorgen. Bei einer Brücke über einem offenen Gewässer ist möglicherweise eine gut durchdachte, hochmoderne Struktur erforderlich, mit der nicht nur Emissionen und Schmutz eingeschlossen werden können, sondern die auch eine Plattform bietet, auf der die Arbeiter stehen können.

Die Einschlussanforderungen bei Projekten im Zusammenhang mit Ausschreibungen sind üblicherweise in der Angebotsanfrage aufgeführt. Sie können jedoch mehrere Formen aufweisen: eine formelle SSPC-Einschlussklasse; Anforderungen gemäß einer nationalen Luftqualitätsnorm (National Ambient Air Quality Standard, NAAQS) im Zusammenhang mit Staubpartikeln, die von der EPA festgelegt wird; eine variable Norm mit verschiedenen Einschlussgraden, welche die Umweltsensibilität von verschiedenen Bereichen widerspiegeln, oder eine einfache Anforderung, nach der alle Emissionen und Verschmutzungen eingeschlossen, aufgefangen und entsorgt werden müssen.

In den meisten Fällen obliegt es dem Strahlgerätebetreiber, Einschlussvorrichtungen oder -methoden zu empfehlen, zu entwickeln und bereitzustellen, die den Projektanforderungen entsprechen.

„Einschlussverfahren beim Trockenstrahlen können fast bis zu 40 Prozent des Budgets ausmachen, wobei die Arbeitsstunden für Installation und Demontage der Einschlussvorrichtungen den größten Anteil aufweisen,“ erklärt Tim Cook, Operations Manager bei Wetblast.ca. „Für den Abschluss von Trockenstrahlarbeiten ist gewöhnlich eine Woche erforderlich. Wir schließen dagegen unsere Arbeiten in zwei bis drei Tagen ab. Projektmanager erkennen jetzt die Kosteneinsparungen aufgrund der geringeren Notwendigkeit eines Einschlusses und die Vorteile von Nassstrahlverfahren als die beste wirtschaftliche und umweltgerechte Wahl.“

 

HINWEISE

Berücksichtigen Sie beim Errichten des Einschlusses das Auftreten von Wind. Die Struktur muss in der Lage sein, Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 km/h standzuhalten (oder mehr, je nach Umgebung).

Die Planen sind nicht unbegrenzt einsetzbar. Durch Wind und Abrieb werden sie strapaziert. Oft lohnt es sich, in hochwertige Planen zu investieren (gewebtes Polypropylen, durchscheinend für bessere Sichtbarkeit). Durch Wind verursachte mechanische Schäden sind die Hauptursache der Beschädigung von Planen. Stellen Sie daher sicher, dass nicht vollständig verschlossene Nähte vermieden werden.

Bei einem strukturierten Einschluss in erhöhter Lage sollten Sie möglichst einen Arbeitsbereich von mindestens 1 m zwischen der Strahloberfläche und den Einschlusswänden schaffen und damit vermeiden, dass Sie die Strahlarbeiten an der Einschlussstruktur ausführen. Bei Standorten, an denen Platzmangel herrscht, sollte ein Einschluss im Erdreich in einem Umkreis von ca. 6 Metern ausreichend sein.

Führen Sie täglich innerhalb und außerhalb des Einschlussbereichs Reinigungsarbeiten aus.

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