Häufig gestellte Fragen rund um EcoQuip ATEX

Abrasives Strahlen mit ATEX-konformen Geräten


Was ist das ATEX-System, und warum ist es notwendig?


Die ATEX-Richtlinien sind EU-Gesetze, die Vorschriften bezüglich Geräten und Schutzsystemen für Arbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen enthalten. Kunden klassifizieren ihren Arbeitsbereich und müssen Geräte verwenden, die dem betreffenden Standort entsprechend eingestuft sind.

 

Was sind die EcoQuip-ATEX-Kennzeichnungen? Was bedeuten diese Kennzeichnungen? Welchen spezifischen Normen entspricht das ATEX-System?

 

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Die spezifischen ATEX-Normen, denen das EcoQuip-ATEX-System entspricht, sind EN13463-1 und EN13463-5. Die spezifische ATEX-Norm für den DataTrak ist EN 60079-11 bezüglich der Eigensicherheit.

Verfügt das gesamte System über eine ATEX-Genehmigung oder nur die Komponenten?

Das gesamte EcoQuip-ATEX-System verfügt über eine ATEX-Genehmigung. Die spezifischen Teilenummern sind im Handbuch zu finden.

Erreicht das System wirklich 200 °C (T3)?

Bei Normalbetrieb erreicht das System die 200 °C (392 °F) nicht. Das Temperaturmaximum von 200 °C wird nur bei einer Zwei-Fehler-Bedingung innerhalb des DataTrak erreicht. Die nächsthöhere Temperatur wird beim Trockenlauf einer Wasserpumpe erreicht. Die Höchsttemperatur, die die Pumpe erreicht, beträgt 135 °C (275 °F).

Wo ist das EcoQuip-ATEX-System für die Verwendung zugelassen?

EcoQuip-ATEX-Geräte sind nur für die Verwendung in der Bereichsklassifizierung Zone 1 und Zone 2 zugelassen. Sie sind nicht für die Verwendung an einem Standort in Zone 0 zugelassen. Das heißt, das System ist für den Betrieb in explosiver Atmosphäre zugelassen, die aus einem Gemisch entflammbarer Stoffe besteht, die sich bei normalem Betrieb gelegentlich bilden können. Abbildung 1 veranschaulicht die Unterschiede zwischen den Bereichsklassifizierungen.

Die ursprüngliche Oberfläche bleibt intakt

Creative Fabrications begann zunächst mit dem Strahlen mit Walnussschalen, stellte jedoch schnell fest, dass diese Medien zu weich waren. Daraufhin wurde die Härte gesteigert, und man experimentierte mit verschiedenen Arten von Medien. Schließlich entschied sich das Unternehmen für die Verwendung von Glasperlen (MOHS von 5,5 bis 6) mit dem EcoQuip 2 EQm, da sich damit Anlauffarben und Rost von Edelstahl-Denkmälern entfernen lässt, bei minimalen Profilrückständen. Glasperlen werden zur allgemeinen Reinigung, zum Strahlen und zur kosmetischen Oberflächenbehandlung empfindlicher Metalloberflächen eingesetzt. Weil diese Medien "weich" sind und die ursprüngliche Oberfläche nicht beschädigen, eignen sie sich ideal für Restaurierungsarbeiten. Darüber hinaus bestehen diese Medien in der Regel aus recyceltem Material und sind umweltfreundlich.

Das Unternehmen begann mit einem 1,25-Zoll-Schlauch mit der Düse Nr. 6, hat aber zur Steigerung der Produktion und des Volumens auf eine Düse Nr. 8 gewechselt. Um die gewünschte Produktion zu erzielen, mietete Creative Fabrications außerdem einen zweiten Kompressor mit 5,2 Kubikmeter pro Minute, um zusätzlichen Luftstrom zu erzeugen. Durch die Erstellung eines Verteilers hat das Team die beiden Kompressoren an den EQm angeschlossen. Zum Abschluss des Projekts wurde das Denkmal mit einer Behandlung für Edelstahl versehen, um jegliche zukünftige Oxidation zu verzögern.

Der Julie-Penrose-Brunnen erhält eine Abrasivstrahl-Behandlung mit der EcoQuip-2-Technologie von Graco

Abbildung 1: Bereichsklassifizierung

 

Ist das EcoQuip-ATEX-System eigensicher oder explosionssicher? Entspricht es der Klasse 1 Division 1 für die USA/KANADA?

Das EcoQuip-ATEX-System ist als nicht-elektrisch klassifiziert. Es enthält keine explosionssicheren Komponenten. Es enthält ein nach ATEX und Klasse 1 Division 1 zugelassenes eigensicheres IS-DataTrak-System. Das EcoQuip-System fällt nicht unter die Klassen-/Division-Bereichsklassifizierung in den USA/KANADA, es ist als nicht-elektrisch klassifiziert.

 

Das System ist ATEX-zertifiziert, aber wie sieht es mit der IECEx-Zulassung für die internationale Anerkennung in Bezug auf explosionsgefährdete Bereiche aus?

Das EcoQuip-ATEX-System ist als nicht-elektrisch klassifiziert. Gegenwärtig bewertet die IECEx (Internationale Elektrotechnische Kommission) keine nicht-elektrischen Geräte für den Einsatz in Gefahrenbereichen. Nicht-elektrisch fällt alleine unter die ATEX-Richtlinie. Graco erfüllt diese Richtlinie durch Selbstbewertungen gemäß EN13463-1 und EN13463-5 für nicht-elektrische Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen.

Das EcoQuip enthält ein DataTrak-System, das auch für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen gemäß der ATEX-Richtlinie zugelassen ist. Das EcoQuip-ATEX-System wird bei Graco auf die gleiche Weise wie andere nicht-elektrische Geräte klassifiziert, z. B. Xtreme-Spritzgeräte, Merkur-Spritzgeräte usw.

 

Was unterscheidet das EcoQuip-ATEX-System von üblichen Standortsystemen?

Das EcoQuip-ATEX-System verfügt nicht über die doppelten elektrisch/pneumatischen Strahlsteuerungs-Schalteranschlüsse. Es verfügt nur über eine pneumatische Option. Das System muss zusätzlich geerdet werden. Für die zusätzliche Erdung ist auf der Rückseite der Strahlkabine eine Anschlussschraube vorhanden, die mit der Erdung verbunden werden muss. Siehe Erdungsanweisungen in der Betriebsanleitung.

Ist das EcoQuip-System funkenfrei? Ist es für den Einsatz in potenziell explosionsgefährdeten Bereichen zugelassen?

EcoQuip-ATEX-Geräte sind nur für die Verwendung in der Bereichsklassifizierung Zone 1 und Zone 2 zugelassen. Graco garantiert nicht, dass das EcoQuip-System funkenfrei ist. Es wurden viele Tests durchgeführt, um festzustellen, ob die Funken, die durch das Auftreffen des Strahlmaterials auf den Untergrund verursacht werden, als Zündquelle geeignet sind.

Das empfohlene Verfahren 2027 des American Petroleum Institute (API) besagt: „Funken, die durch das Strahlen erzeugt werden, sind in der Regel nicht als Zündquelle geeignet, da sie eine relativ geringe Wärmeenergie haben und durch Strahlluft oder Wasser gekühlt werden. Der Strahlstrom neigt auch dazu, alle brennbaren Dämpfe, die in dem Bereich, in dem Funken entstehen, vorhanden sind, zu zerstreuen und zu verdünnen, wodurch die potenzielle Entzündungsgefahr weiter verringert wird.“

Zusätzlich führte Shell Research Ltd. einen Test gemäß TRCP.2039 (überarbeitet) durch, um festzustellen, ob Funken, die durch das auf den Untergrund auftreffende Strahlmedium verursacht werden, eine Zündquelle darstellen könnten. Für diesen Test wurde ein Apparat konstruiert, der eine Strahldüse, eine Stahlplatte, eine Zündkerze und Gaseinlässe enthielt. Bei diesem Test wurden grobe und feine Kupferschlacke und auch Stahlschrot als Strahlmedium verwendet. Das Strahlmedium wurde mit 6.8 Bar auf eine rostige Stahlplatte gestrahlt und erzeugte sichtbare Funken.

Während des Strahlens wurde Propan vom unteren bis zum oberen Entzündbarkeitsgrenzwert zudosiert. Während des gesamten Tests wurde die Zündkerze zum Entzünden der Atmosphäre verwendet, um das Vorhandensein eines entflammbaren Luft/Medium/Gas-Gemisches sicherzustellen.

Auch bei mehreren Wiederholungen mit veränderten Gaseinlass- und Strahleinlassstellen entzündeten die Funken, die durch das Strahlmittel auf der Stahlplatte erzeugt wurden, die Atmosphäre nicht. Nach der Prüfung heißt es im Bericht: „Die von den Strahlmittelströmen erzeugten Funken waren zahlreich, aber schwach und konnten nur im Dunkeln beobachtet werden. Kein einziges Mal entzündeten sie das in der Testkammer vorhandene brennbare Gasgemisch. Wir sind der Ansicht, dass dies an der geringen Energie der Funken liegt und dass es möglich ist, dass sie von der Umgebungsluft gekühlt werden, bevor sie den Explosionsbereich erreichen.“

Kann ich in einer explosionsgefährdeten Atmosphäre alle Medien strahlen?

Bei den im Shell-Forschungszentrum durchgeführten Tests wurden grobe und feine Kupferschlacke sowie Stahlschrot auf eine Stahlplatte aufgebracht. Der Strahlvorgang erzeugte zwar Funken, entzündete die explosive Atmosphäre jedoch nicht. Die Verwendung eines weicheren Strahlmittels wie Natriumbikarbonat (Soda) erzeugt keine Funken, härtere Strahlmittel aber schon.

Ist das EcoQuip-ATEX-System von der Strahldüse bis zum letzten Bauteil geerdet?

Könnte statische Aufladung eine Zündgefahr darstellen? Das EcoQuip-ATEX-System ist von der Strahldüse durch den Strahlschlauch bis zum letzten Bauteil geerdet. Das System verwendet einen leitfähigen Schlauch, Kupplungen und eine entsprechende Düse, um eine entsprechende elektrische Verbindung mit dem System zu gewährleisten. Die Erdungsanweisungen in den Betriebshandbüchern weisen die Benutzer an, das Gerät ordnungsgemäß zu erden.

Im Handbuch wird zusätzlich darauf hingewiesen, dass der Schlauch unverzüglich ersetzt werden muss, falls der Gesamtwiderstand gegen Erde über 29 Megaohm liegt. Das empfohlene API-Verfahren 2027 besagt: „Eine bedeutende potentielle Zündgefahr beim Strahlen entsteht durch die Erzeugung und Akkumulierung von so viel statischer Elektrizität, dass ein Zündfunke entsteht.“ Statische Elektrizität wird erzeugt, wenn Strahlmittel durch das System, den Schlauch und die Düse fließt und auf den Untergrund trifft.

Was sind Heißarbeit und Kaltarbeit und welche Genehmigung benötige ich, wenn ich mit einem EcoQuip-ATEX-System strahle?

Definitionen des empfohlenen API-Verfahrens 2027 im Zusammenhang mit Strahlverfahren:

Heißarbeiten: Jede Arbeit, die das Potential hat, ausreichend Wärmeenergie zu erzeugen, um eine Zündquelle in einem Bereich zu schaffen, in dem Potenzial für das Auftreten einer entflammbaren Gas- oder Dampf-in-Luft-Atmosphäre im explosiven (entzündlichen) Bereich besteht

Kaltarbeiten: Alle Arbeiten im Zusammenhang mit dem Strahlen, die nicht das Potenzial haben, eine Zündquelle zu schaffen.

Im empfohlenen API-Verfahren 2027 heißt es: „Zum Strahlen ist immer mindestens eine Genehmigung für Heißarbeiten erforderlich.“ Dieser Bericht bezieht sich in seiner Gesamtheit auf das Trockenstrahlen. In mindestens einem Fall hat die Brunei Shell Petroleum Company EcoQuip eine Kaltarbeitsgenehmigung erteilt. Bei der Verwendung von EcoQuip sollte jedoch die Art der Genehmigung für jede Anwendung einzeln besprochen werden. Mit dem Shell-Bericht CPDP07 wurde das konventionelle Trockenstrahlen mit dem Feuchtstrahlverfahren auf einer Offshore-Ölplattform verglichen. Abschnitt 7.2 fasst die Ergebnisse für Betriebstätigkeiten zusammen.

Nr. Maßnahme Feuchtstrahlverfahren (VAB) Konventionelles Trockenstrahlen (CDB)
1 Arbeitsgenehmigung Genehmigung für KALTARBEIT Genehmigung für HEISSARBEIT
2 Arbeitskategorie Dies wird als Kaltarbeit kategorisiert, deshalb gibt es keine Verschiebung bei Produktivität der Plattform. Dies wird als Heißarbeit kategorisiert. Bohrlöcher müssen stillgelegt werden, und das wird die Produktivität der Plattform beeinträchtigen.


Tabelle 5 - Vergleich zwischen Feuchtstrahlen und konventionellem Trockenstrahlen bezüglich der Betriebsabläufe

Literatur:

  1. API Publication 2027 (2007) – Ignition Hazards and Safe Work Practices for Abrasive Blasting of Atmospheric Storage Tanks in Hydrocarbon Service, 3rd ed.
  2. Singleton, D. W. "Blast Cleaning in Inflammable Atmospheres." Shell Research Ltd. TRCP.2039 (Revised (February 1976).
  3. Brunei Shell Petroleum Company (2014) – Final Inspection Report For Vapour Abrasive Blasting (VAB) on CPDP-07.
     

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