Die Nassstrahlnormen erklärt

Normen zur Bestimmung des Reinheits- und Flugrostgrades auf Stahloberflächen nach Nassstrahlen

Woher weiß man, wann eine Stahloberfläche sauber genug ist, um eine gute Haftung der Beschichtung zu gewährleisten?

Die Nassstrahlstandards helfen bei der Bestimmung der Sauberkeit, des Flugrosts und des Oberflächenprofils von gestrahlten Stahloberflächen. Sie müssen bei der Vorbereitung einer gestrahlten Stahloberfläche separat angegeben werden.

Die Hauptnorm für die Stahloberflächenvorbereitung ist ISO 8504-2. Diese internationale Norm beschreibt verschiedene Strahlreinigungsverfahren zur Vorbereitung von Stahloberflächen. Da das Feuchtstrahlen das neueste Strahlreinigungsverfahren ist, wird es nicht beschrieben. Wir können das Feuchtstrahlen jedoch leicht auf ISO 8504-2, ISO 8501-4, und ISO 8501-1 extrapolieren
 

Es gibt keine speziellen ISO-Normen zur Bestimmung der sichtbaren Sauberkeit von gestrahlten Oberflächen. Die beste Methode ist die IP-Methode, die sich aus internen Standards von ISO 8501-1 (visuelle Beurteilung von gestrahlten Oberflächen) und ISO 8501-4, (Beschreibung von Flugrostgraden) zusammensetzt.

Die besten Standards, welche die Sauberkeit von WAB (Nassstrahlen) beschreiben, sind gemeinsame NACE- und SSPC-Standards. Diese beziehen sich auf die zuvor herausgegebene SSPCVIS5/ / NACE VIS9, welche die Flugrostgrade beschreibt.

Diese Normen kombinieren Elemente der bestehenden Normen für die Trockenstrahlreinigung mit Elementen der Wasserstrahlreinigungsnormen SSPC / NACE 2012 Die Definitionen der Reinheit der Stahloberfläche unmittelbar nach der Nassstrahlreinigung stimmt mit den Definitionen der fünf Normen für die Trockenstrahlreinigung überein:

  •  SSPC-SP 5 (WAB)/NACE WAB-1: Weißmetall-Nassstrahlverfahren
  • SSPC-SP 10 (WAB)/NACE WAB-2: Nahezu-Weißmetall-Nassstrahlverfahren
  • SSPC-SP 6 (WAB)/NACE WAB-3: Kommerzielles Nassstrahlverfahren
  • SSPC-SP 7 (WAB)/NACE WAB-4: Abbürstnassstrahlverfahren
  • SSPC-SP 14 (WAB)/NACE WAB-8: Industrielles Nassstrahlverfahren

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5 Grad Sauberkeit abgebildet
Original Abbürsten (1) Industrielle Strahlreinigung (2) Kommerzielle Strahlreinigung (3) Nahezu-Weiß-Strahlreinigung (4) Weißmetall-Strahlreinigung (5)
Standard SSPC SP7
NACE Nr. 4
ISO SA 1
SSPC SP14
NACE Nr. 8
ISO -
SSPC SP6
NACE Nr. 4
ISO SA 2
SSPC SP10
NACE Nr. 2
ISO -
SSPC SP5
NACE Nr. 1
ISO SA 3
Loses Material 0 % 0 % 0 % 0 % 0 %
Festes Material 100 % Bis zu 10 % 0 % 0 % 0 %
Flecken & Schatten 100 % 100 % Bis zu 33 % Bis zu 5 %* 0 %
Warum ist die Beurteilung des Flugrostgrades wichtig?

Die Reinheitsgrade beim Nassstrahlen sind identisch mit denen beim Trockenstrahlen. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied: Die Bildung von Flugrost durch nasses Strahlen. Flugrost entsteht, wenn das zur Reinigung verwendete Wasser verdunstet und auf der gereinigten Oberfläche eine Oxidationsschicht bildet. Der Flugrost tritt normalerweise innerhalb von 30 Minuten auf, die Farbe hängt von den Eigenschaften des Stahls und dem Feuchtigkeitsgrad ab.

Nicht alle Beschichtungen haben die gleiche Toleranz gegenüber Flugrost. Vor dem Auftragen einer Schutzbeschichtung muss der Auftragnehmer das maximal zulässige Maß an Flugrost auf der Stahloberfläche kennen. Flugrost kann durch Trocknen der Oberfläche nach dem Strahlen oder mit einem Inhibitor reduziert werden.
 

4 Grade von Flugrost

Die Nassstrahlstandards definieren vier Grade an Flugrost, mit deren Hilfe beurteilt werden kann, wie viel Flugrost sich entwickelt hat.

Diese Definitionen basieren auf dem Ausmaß, in dem der Flugrost den darunter liegenden Stahluntergrund verdeckt, auf der Leichtigkeit, mit der er durch Abwischen mit einem Tuch entfernt werden kann, und auf der Menge an Material, die nach dem Abwischen der Oberfläche auf dem Tuch erscheint.

·       Kein Flugrost
Kein Rost mit dem bloßem Auge erkennbar.

·       Leichter Flugrost
Kleine Teile von Rost, egal ob gleichmäßig verteilt oder an bestimmten Stellen, sind mit bloßem Auge sichtbar. Stark haftend und durch leichtes Abwischen mit einem Tuch schwer zu entfernen.

·       Mäßiger Flugrost
Eine Rostschicht, die wesentliche Teile der Kohlenstoffoberfläche bedeckt. Er haftet einigermaßen und hinterlässt beim leichten Abwischen schwache Flecken auf einem Tuch.

·       Starker Flugrost
Eine starke Rostschicht, welche die Stahloberfläche vollständig verbirgt. Es haftet nur schwach, lässt sich leicht entfernen und hinterlässt beim leichten Abwischen immense Flecken auf einem Tuch.

3 Grade von Flugrost
Leichter Flugrost (1) Mäßiger Flugrost (2) Starker Flugrost (3)
Oberfläche ist sichtbar
Es sind geringe Mengen Rost zu verzeichnen
Oberfläche ist verdeckt
Rost haftet gut
Die Oberfläche ist verdeckt
Rost lose anhaftend
Oberflächenprofil

Bei der Strahlreinigung werden Schleifkörner mit großer Kraft und Energie auf die Arbeitsfläche geschleudert. Beim Aufprall „graben“ sich die Körner in die Oberfläche ein und prallen von dann ab. Dabei entsteht ein zerklüftetes „Berg und Tal“-Finish. Oberflächentextur wird durch das Oberflächenprofil ausgedrückt, das die Größe der entstandenen „Gestalt“ misst.

Abbildung zeigt 3 Schritte, bei denen die Oberfläche größer wird

Das Oberflächenprofil ist entscheidend für die Beschichtungsperformance, da es:
·       Die Oberfläche vergrößert
·       Ein „Schlüssel/Zahn/Anker“-Spritzbild zur Haftung der Beschichtung bildet

Schlussfolgerung

Die Strahlklasse drückt die „Sauberkeit“ der Oberflächenfinishs aus. Sie legt fest, inwieweit Rost, Farbe und andere Verunreinigungen entfernt wurden. Sowohl das Oberflächenprofil als auch die Strahlklasse sind wichtige Merkmale des Oberflächenfinishs und müssen bei der Vorbereitung einer strahlgereinigten Stahloberfläche separat angegeben werden. 

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